15 Jahre tagalongs

1984 – 1999

Die Geschichte eines Square Dance Clubs

Karin Förster, tagalongs

Vor langer, langer Zeit – um genau zu sein 1984 – als ich mich noch damit beschäftigte, daß die Bundesrepublik einen neuen Bundespräsidenten bekam, die ersten Amerikaner ohne Sicherheitsleine im Weltraum herumspazierten und die Deutschen nicht Europameister im Fußball wurden, geschah ganz in meiner Nähe etwas, was in keiner Nachrichtensendung lief, aber später mein Leben ziemlich beeinflussen sollte. 

Denn in Griesheim gründeten in diesem Jahr einige Tänzer einen neuen Square Dance Club – die Tagalongs! Nachdem es in ihrem früheren Club zu Meinungsverschiedenheiten gekommen war, machten sie sich kurzer Hand “selbständig”. Sie mußten jedoch sehr bald feststellen, aller Anfang ist schwer. Von diesem mühsamen Beginn zeugen heute noch Dokumente in unserer Clubchronik. Hierin kann man nachlesen, daß die Tagalongs es auf drei neue Vorstände binnen eines Jahres gebracht haben. Ich glaube, es gibt nicht viele Clubs, die das vorweisen können. Aber nach den ersten Anfangsschwierigkeiten hatten sich alle bald zusammengerauft und es konnte so richtig losgehen.

Ihr erstes Domizil bezogen die Tagalongs in der Gaststätte “Zum Donauschwabenhof” in Griesheim. Hier gab es mit dem ersten Caller Fred Kamuff jede Menge Spaß und Action. Von den rauschenden Festen, vor allem den Faschingsfeiern bei klirrender Kälte, wird heute noch gerne erzählt.

Aber es war wie im richtigen Leben, gerade begann der Club zu wachsen und zu gedeihen, als auch schon die ersten dunklen Wolken am Horizont auftauchten. Der Caller hatte keine Zeit mehr ….

Zum Glück hatte man aber schnell einen guten Ersatz gefunden. Von den vier Callern, die zur Wahl standen, entschied man sich für Lou Popowsky. Lou war ein liebenswerter Amerikaner, der jede Woche mit dem Motorrad von Frankfurt nach Griesheim bei Darmstadt zum Clubabend fuhr. Seine Frau und die Calleranlage hatte er im Beiwagen verstaut. So fuhr er jede Woche, ganz egal ob die Sonne schien, es regnete oder schneite!

Doch auch von Lou mußte sich der Club leider verabschieden. Für ihn hieß es 1988 Abschied nehmen von Deutschland und somit auch von den Tagalongs. Das es vorher jedoch noch eine Riesenabschiedsfete “Lou’s last Dance in Germany” gab, war eine Ehrensache. Fast 200 Tänzer sagten “Auf Wiedersehen” und machten die Party zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Mit dem Abschied von Lou begann für die Tagalongs wieder die Suche nach einem neuen Caller. Er war schnell in Person von Uwe Krämer gefunden. Eine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte, denn 1998 konnte Uwe bei einer Überraschungsfete mit vielen Gästen aus befreundeten Clubs sein 10jähriges Callerjubiläum bei den Tagalongs feiern.

Aber wieder zurück in die Vergangenheit. Nach Lou’s Weggang und nachdem einige Clubmitglieder ihre Tanzschuhe an den Nagel gehängt hatten, bestanden die Tagalongs noch nicht einmal mehr aus 20 Tänzern. Plötzlich stand man vor der Frage, wie wird es jetzt weitergehen. Doch man hatte Glück: für die nächste Class, die man veranstalten wollte, fanden sich 16 Interessenten und damit war der Club gerettet.

Im Jahr 1990 – als ich noch damit beschäftigt war, die Fußballweltmeisterschaft von Deutschland, die Wiedervereinigung und den Tiefstand des US-Dollars zu verkraften, zogen die Tagalongs von Griesheim nach Pfungstadt. Auf Wiedersehen “Zum Donauschwabenhof”!!! Hallo “Zur Krone”. Hier beim sogenannten “Glockenwirt” sind die Tagalongs auch heute noch zu Hause.

Vier Jahre später – also 1994, als dann auch ich endlich erfahren habe, wieviel Spaß Square Dance macht, haben die Tagalongs in Pfungstadt mit 300 Gästen ihr 10jähriges Jubiläum gefeiert. Über acht Stunden wurde getanzt, was die Füße hergaben. Und am Schluß war man sich einig, es war eine tolle Geburtstagsfeier

Inzwischen haben wir das Jahr 1999 – wir stehen kurz vor dem Jahrtausendwechsel – und wir mußten uns  leider nach 10 Jahren Vorstandsarbeit von unserem Präsidenten verabschieden, der sich berufsbedingt in den „Vorruhestand“ zurückgezogen hat. Was gibt es noch über uns zu berichten? Die Tagalongs haben  mittlerweile 75 Clubmitglieder, die gerne feiern und in Sachen Square Dance aktiv sind. Hierfür sorgt schon unsere Travelcoordinatorin Marlies, die uns gerne einheizt und quer durch Deutschland schickt. Wer  aber denkt, die Tagalongs würden nur Deutschland unsicher machen, der hat sich getäuscht. Auch in Prag und Paris waren wir schon anzutreffen. Neben unseren Travelaktivitäten  finden wir noch Zeit bei den vielen Pfungstädter Festen dabei zu sein.